Festakt und Weihegottesdienst für neues Gemeindehaus in Halberstadt

Nach nur etwa zehnmonatiger Bauzeit konnte am Samstag, 13.04.2024 in Halberstadt in einem Festakt am Vormittag und dem Weihegottesdienst am Nachmittag das neue Gemeindehaus seiner Bestimmung übergeben werden.

Festakt mit Schlüsselübergabe

Am Samstagvormittag um 11:00 Uhr versammelten sich die Gemeindemitglieder mit ihren geladenen Gästen zum ersten Mal in ihrem fertiggestellten Gemeindehaus.

Nach einem musikalischen Beitrag der Instrumentalisten eröffnete der Gemeindevorsteher Priester Henning Froese den Festakt und begrüßte die eingeladenen Gäste.

Apostel Jens Korbien richtete anschließend als Vertreter der Kirchenleitung einige Worte an die Anwesenden und dankte besonders den Gemeindemitgliedern für ihre Treue und ihr Wohlwollen in den vergangenen Jahren seit dem Bekanntwerden der notwendig gewordenen Schließung der großen Neuapostolischen Kirche in der Gleimstraße. 

Der Architekt des neuen Gemeindehauses, Bezirksevangelist i.R. Ralf Wilhelmi dankte in seinen Ausführungen zuerst dem dreieinigen Gott dafür, dass in der gesamten Bauzeit keinerlei nennenswerte Unfälle und Verletzungen aufgetreten seien.
Ganz bewusst ging er dann auf die Bauform des Hauses ein - im Stil eines Zweifamilienhauses erbaut - die es ermöglicht, mit wenigen Umbaumaßnahmen das Haus zu einem Wohnhaus umzugestalten, sollte die Gemeinde einmal aufgelöst werden müssen. Weil es dazu aber nie kommen soll, wünschte er der Gemeinde Gottes Segen, dass sie erhalten bleibt, wenn möglich wächst und das Haus ausfüllen möge. Er gab, untermalt mit ein paar Zahlen und Fakten, Eindruck in die Baumaßnahmen und dankte anschließend dem Geschäftsführer der bauausführenden Firma BBB Massivhaus GmbH Halberstadt, Herrn Jens Barner, für die hervorragende Zusammenarbeit bei der Planung und Umsetzung aller Arbeiten. Seinen Dank richtete er auch an die Gemeindemitglieder für ihre Ideen und Vorschläge in der Planungsphase, aber auch für ihre Disziplin während der Bauphase, in der es zu keinem "Baustellentourismus" und damit einhergehende Behinderungen auf der Baustelle kam.

Einen besonderen Dank richtete der Architekt an zwei Gemeindemitglieder, die mit ihrem persönlichen Einsatz und ihren Ideen und Gedanken einen großen Beitrag während der Bauphase geleistet haben und auch dafür mitverantwortlich sind, dass die Arbeiten zügig und reibungslos ausgeführt werden konnten. Stellvertretend ernannte Ralf Wilhelmi einen der beiden mit einem zwinkernden Auge zum "Oberbauleiter 2".

Herr Barner dankte in seinem Grußwort für die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Bauherren und brachte seine Freude zum Ausdruck, auch einmal eine Kirche bauen zu dürfen.

Daniel Szarata, Oberbürgermeister der Stadt Halberstadt, freute sich besonders, dass in seiner Stadt nicht nur Kirchen geschlossen, sondern mit diesem Gemeindehaus auch wieder eine neue, moderne Kirche entstanden ist, die sich auch in das Umfeld gut integriert und ihren Beitrag leistet zum Wandel in eine offene, moderne Stadt.

Eingeladen zu diesem Festakt war auch Arnulf Kaus, Pfarrer der Evangelischen Kirche Halberstadt und somit Hausherr der St. Laurentiuskirche in Wehrstedt, die seit Oktober 2022 als Versammlungsstätte für die neuapostolischen Christen der Stadt diente. Er überbrachte die Glück- und Segenswünsche seiner Gemeindemitglieder und des Gemeindekirchenrates und freute sich über die neu entstandene Freundschaft der beiden Gemeinden sowie die "Wiederbelebung" der Laurentiuskirche, die seit einigen Jahren nicht mehr zu gottesdienstlichen Zwecken genutzt worden war.

Die Neuapostolische Kirche bedankte sich auf besondere Weise für die Gastfreundschaft der letzten Monate: Priester Froese überreichte einen symbolischen Scheck über 2.500,00  € an den Pfarrer, der das Geld in die Unterhaltung des historischen Kirchengebäudes investieren wird.

Im Anschluss an die Grußworte der geladenen Gäste konnte der Gemeindevorsteher stellvertretend für seine Gemeindemitglieder den Schlüssel für das Gemeindehaus in Empfang nehmen. Damit hat die Gemeinde nun wieder eine eigene, moderne, an die Bedürfnisse einer lebendigen Gemeinde angepasste Versammlungsstätte.

Nach dem musikalischen Abschluss der Veranstaltung durch die Instrumentalisten gab es ausreichend Gelegenheit alle Räumlichkeiten zu betrachten, bei einem Imbiss und Umtrunk auf dem Grundstück ins Gespräch zu kommen und Gemeinschaft zu pflegen.

Weihegottesdienst

Dem Weihegottesdienst am Nachmittag legte Apostel Jens Korbien das Bibelwort aus Psalm 84,2.3.5  zu Grunde:

„Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR Zebaoth! Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HERRN; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar.“

Die Überschrift über diesen Psalm lautet: „Freude am Hause Gottes“

Am Morgen wurde der Gemeinde der Schlüssel des neuen Hauses übergeben, aber sie behält dieses Haus nicht, sie weiht es Gott, so der Apostel. Der Wunsch an die Gemeinde sei: Habt bleibend Freude am Haus Gottes!

Anschließend sprach Apostel Korbien das Weihegebet. Damit ist das Haus zur Offenbarungsstätte des Heiligen Geistes geweiht, zu einem Ort der Anbetung, an dem Gottes Wort verkündet und die Sakramente gespendet werden.

In seiner Predigt ging der Apostel dann näher auf das Bibelwort ein und äußerte dazu einige Gedanken:

  • Wie lieblich sind deine Wohnungen - Was ich liebhabe, danach habe ich Sehnsucht.
  • Mein Leib und Seele freuen sich – der Leib kann sich wohlfühlen in diesem schönen neuen Haus, aber auch die Seele soll sich freuen in der Gemeinschaft der Gläubigen, im Brotbrechen, im Gebet, im Vorgeschmack des Ewigen.
  • Wohl denen, die in deinem Hause wohnen - Die Gläubigen sollen im Haus Gottes wohnen, nicht nur zu Besuch kommen. Wer zu Besuch kommt, wird bedient, wer in dem Haus wohnt, der dient. Wo man wohnt, ist der Lebensmittelpunkt. Dort ist man tätig, man geht achtsam mit allen Dingen und auch den Mitbewohnern um, man macht nichts bewusst kaputt.
  • Die loben dich immerdarzum Loben rief der Apostel die Anwesenden auf, denn es gäbe einen Grund: Gott lädt ein und er bereitet immer wieder einen Tisch.

Bischof Thomas Matthes betrachtete in seinem Predigtbeitrag die einzelnen Räume einer Wohnung und ihre Bedeutung und übertrug diese auf die Gemeinde und ihre Versammlungsstätte. In einer Wohnung gäbe es zum Beispiel die Küche, wo die Speise gewissenhaft vorbereitet wird, das Bad zur Reinigung vom alltäglichen Schmutz, das Schlafzimmer, um zur Ruhe zu kommen und vom Irdischen abzuschalten sowie das Wohnzimmer, wo sich alle treffen und Gemeinschaft haben.

Einen bewegenden Augenblick erlebte die Gemeinde, als zum ersten Mal im geweihten Haus das Gebet „Unser Vater“ gesprochen wurde, die Freisprache erfolgte und Heiliges Abendmahl gefeiert wurde.

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Gemeindechor. Zum Abschluss erklang im neuen Haus das alte, allen vertraute Lied: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil“ mit der Bitte, allezeit im Hause des Herrn zu bleiben.